In der Stadthalle von Hohen Neuendorf kamen Betriebsinhaber und Selbstständige kleinerer und mittlerer Unternehmen aus der Region Oberhavel und Berlins zusammen, um sehr verschiedene Ansätze der Referenten aus Politik, Gesundheits- und Hochschulwesen sowie Lobbyisten des kleineren Mittelstandes zu hören.
Herr Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung eröffnete den Abend und gab u.a. einen Überblick über die Aktivitäten der Stadt Hohen Neuendorf zur Förderung und Unterstützung kleinerer und mittlerer Betriebe durch die Verwaltung.
In den Abend führte Herr Heinz Lanfermann, Staatssekretär a.D. und Obmann der FDP-Fraktion im Gesundheitsausschuss, zunächst über eine Einschätzung der Auswirkungen und der Kosten des Gesundheitsfonds ein und gab den enormen bürokratischen Verwaltungsaufwand sowie die erweiterte Datenspeicherung zu bedenken.
Dr. Dieter Borchmann zeigte auf, daß das Krankenhaus an sich ein mittelständisches Unternehmen ist und per se gezwungen ist, selbstverständlich Deckungsbeiträge zu realisieren. Problematisch sei auch die Behandlung von Nichtversicherten, da die Krankenhäuser im Allgemeinen auf den Kosten sitzen bleiben.
Susanne Lorra, Vorstandsvorsitzende der gesine.net AG, sprach aus Sicht der betroffenen Apotheken über die Liberalisierung des „Apothekenmarktes“. Die gesine.net AG ist ein bundesweiter Zusammenschluß von unabhängigen Apotheken und niedergelassenen Ärzten.
Dr. Manfred Ade, Campus Hochschule, überraschte das Auditorium mit der Begründung der These, daß wir Menschen wissen, wie wichtig Gesundheit und Prävention ist; wir wissen um gesunde Ernährung und sportliche Betätigung, aber finden keine Umsetzung diesen Wissens. Die Begründung war hier die sinnbildliche deftige Ernährung „Berliner Buffet“ am späten Veranstaltungsabend.
Die Bürgerversicherung und das System der Kopfpauschale stellte Udo M. Strenge, Vorstandsmitglied IMW e.V., in seinem Vortrag kurz gegenüber und zeigte an konkreten Beispielen, die sich notwendigerweise bildenden Alternativen aus dem Kompromiss der Bundesregierung zur Gesundheitsreform sowie die Auswirkungen der Kostensteigerungen innerhalb der privaten wie gesetzlichen Krankenversicherung. Daraus ist eindeutig ersichtlich, daß eine nicht sorgfältig geplante Gesundheitsvorsorge ein Fallstrick der Alterssicherung ist. Daher sollte unbedingt eine Ausfinanzierung der Gesundheitsvorsorge Berücksichtigung finden. Die Kosten der Krankenversicherung können im Alter bei Selbstständigen, Unternehmer/innen, Freiberuflern/innen zu Altersarmut oder Behandlungsnotstand führen.
Doch Licht am Horizont: In diesem Zusammenhang zeigte Udo M. Strenge konkrete Strategien und erfolgversprechende Handlungsorientierungen auf.
