„Wir sehen was, was Sie nicht sehen – die eigene Bilanz im Fokus“

Nettetal, 06.11.2014

Forum Mittelstand Niederrhein 2014

Am 4. November fand im Rathaus der Stadt Nettetal die für das Jahr 2014 letzte Veranstaltung der Reihe FORUM MITTELSTAND NIEDERRHEIN statt. Auf Einladung des Technologie- und Gründerzentrums Niederrhein, der IMW Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e. V. und der Stadt Nettetal kamen ca. 40 Unternehmer/Innen zusammen, um sich zum Thema „Wir sehen was, was Sie nicht sehen – die eigene Bilanz im Fokus“ informieren zu lassen.

Bei seiner Begrüßung betonte Christian Wagner, Bürgermeister der Stadt Nettetal, die Bedeutung des Themas für die Unternehmen.
Anschließend stellte der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Rainer Bongarth von RSM Verhülsdonk, in seinem Vortrag die wesentlichen Einflussfaktoren vor, die für die Kreditnachfrage und Kreditvergabe an Unternehmen maßgeblich sind:
Die Konjunktur, die Geldpolitik der EZB, die Finanzierungssituation des Unternehmens, die Anforderungen der Banken an die Unternehmen sowie die unternehmenseigene Bilanzpolitik und die Bedeutung alternativer Finanzierungsquellen.

Einen ersten Fokus setzte der Referent hierbei auf die Anforderungen der Banken: Aufgrund der momentanen Geldpolitik der EZB sowie des bisher positiven Konjunkturverlaufes, der geringen Investitionstätigkeit und der relativ hohen Liquidität der Unternehmen wären aktuell die Auswirkungen des Regelpaketes für Banken „Basel III“ auf das Kreditvergabeverhalten der Banken noch kaum spürbar. Dies könne sich jedoch jederzeit ändern und somit Finanzierungen erschweren und verteuern, vor allem für Unternehmen mit einem schlechten Rating. Oberste Ziele der Unternehmen sollten deshalb sein, dauerhaft eine gute Ertragslage und Liquidität sicherzustellen sowie „stets am eigenen Rating zu arbeiten“, so Bongarth. Er riet den Unternehmer/innen auch dringend zu einer guten und offenen Finanzkommunikation mit den Bankinstituten, vor allen Dingen mit der Hausbank.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrages war die Bedeutung der unternehmenseigenen Bilanzpolitik. Beispielhaft nennt der Referent hier die Rechnungsstellung oder Bezahlung von Lieferanten zum Bilanzstichtag sowie die Ausübung von Wahlrechten und Ermessungsspielräumen. Bei den vielfachen Möglichkeiten, die Bilanzsumme zu gestalten, sollte jedoch immer auf „Stetigkeit und die langfristigen Auswirkungen“ geachtet werden, weniger auf vielleicht kurzfristige liquide oder steuerliche Vorteile.

Im Rahmen der nach dem Vortrag stattfindenden Diskussion erörterte der Moderator Udo M. Strenge, Vorstand der IMW e. V. Berlin, nochmals die Möglichkeiten alternativer Finanzierungsquellen, wie z. B. das Crowdfunding und das Factoring.

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