IMW e.V. Mitglieder besichtigen S-Bahnwerk Wannsee

Berlin, 06.05.2014

Über tagtägliche und zukünftige Herausforderungen der S-Bahn Berlin

Mit einer Sonderfahrt, einer sog. Rangierfahrt, wurden die IMW e.V. Mitglieder pünktlich 17.10 Uhr in das S-Bahnwerk Wannsee gefahren.
Bis zu 1,3 Millionen Fahrgäste befördert die S-Bahn Berlin an Werktagen. Seit 1927 ist die rot-gelbe Farbgebung der Züge aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Mit über 3.000 Mitarbeitern gehört die S-Bahn Berlin GmbH zu einem bedeutenden Arbeitgeber in der Hauptstadt.
Seit dem 2. Juli 2009 ist Peter Buchner Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin GmbH.

Geschäftsführer Peter Buchner führte engagiert aus, welchen tagtäglichen und zukünftigen Herausforderungen sich die Berliner S-Bahn gegenüber sieht. Mit-Ursache der „Fahrgastkrise (Tagespiegel)“ waren technische Störungen an den Zügen. Als Folge der Krise des Jahres 2009 befasst sich die S-Bahn Berlin derzeit damit, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Fertigungsprozesse in der Instandhaltung grundlegend zu verändern und zu verbessern.
Derzeit läuft eine Schadenersatzklage, auf Grund etwaiger Konstruktionsmängel, gegen Bombardier in Höhe von 350 Millionen Euro. Damit setzt die juristische Aufarbeitung ein. In diesem Zusammenhang wurden die laufenden Qualitätsprozesse und die damit erreichten Verbesserungen eingehend erläutert. Neben der Erweiterung der Werkstattkapazitäten wurde auch der Personalbestand den Erfordernissen engerer Wartungsintervalle angepasst und erhöht. Davon konnten sich die IMW e.V. Mitglieder hautnah überzeugen.
Um einen Fahrzeugpark dieser Größenordnung in Betrieb zu halten, wie er der S-Bahn Berlin zur Verfügung steht, sind gleich mehrere Werke vonnöten, in denen die Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie die Hauptuntersuchungen an den S-Bahn-Zügen durchgeführt werden können.
Herrn Buchner sind dabei der Dialog mit den Kunden und die Transparenz der durchgeführten Veränderungsprozesse sehr wichtig; das spürten alle Teilnehmer/Innen. So öffnet die S-Bahn auch an besonderen Tagen die Werkstätten zur Besichtigung für Interessierte, wie z.B. am Tag der offenen Tore am 17. Und 18. Mai 2014 in der Triebwagenhalle Erkner.
Peter Buchner äußerte sich auch zu Zugausfällen und Verspätungen auf der Ringbahn der S-Bahn. Hier zeigte er sehr genau, welches Regelwerk hier greift. Sind beispielsweise auf der Ringbahn Personen auf den Schienen, muss sofort der gesamte Ringverkehr auf der S-Bahn eingestellt werden. Bei Personen im Gleis muss die Polizei zwingend eingeschaltet werden, erst wenn diese freigibt, darf der S-Bahn-Betrieb wieder aufgenommen werden. Unter Berücksichtigung gesetzlich zugesicherter Pausen der Mitarbeiter muss der gesamte Taktplan, mitunter eines Tages, neu koordiniert werden. Immer wieder kommt es zu Unglücksfällen in Bahnanlagen. Nicht selten sind dabei junge Menschen betroffen – Leichtsinn und Risikobereitschaft spielen mitunter eine Rolle.
Sichtlich erstaunt und betroffen waren die Unternehmer/Innen über die verursachten Schäden durch Vandalismus in Höhe von fast 12 Millionen Euro.
Technikbegeisterte und Zugliebhaber/Innen kamen ebenso auf ihre Kosten. Felix Degenkolbe, Werksleiter des S-Bahnwerks Wannsee, erläuterte die Wartung der Achsen und die computergestützte Überprüfung der Bremsen. Modernste Technik brachten auch hier die Unternehmer zum Staunen.

An dieser Stelle gilt unser ausgesprochener Dank Herrn Geschäftsführer Peter Buchner und Werksleiter Felix Degenkolbe sowie den Mitarbeitern des S-Bahnwerkes Wannsee für die Einblicke in ihre jeweilige Tätigkeit.

Peter Buchner, Geschäftsführer der S-Bahn Berlin GmbH / Foto: Tanja Schnitzler

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v.l.n.r. Udo M. Strenge (Vorstand, IMW e.V.), Peter Buchner (Geschäftsführer, S-Bahn Berlin GmbH), Felix Degenkolbe (Werksleiter, S-Bahnwerk Wannsee) / Foto: Tanja Schnitzler