Sinnvolle Rentenreform mit erheblichen Nebenwirkungen

Berlin, 07.09.2026

Minijobs abschaffen?

Die geplante Rentenreform setzt wichtige Impulse für eine langfristig finanzierbare Altersvorsorge. Doch die mögliche Abschaffung der Minijobs für Studenten, Rentner und andere Beschäftigte könnte erhebliche soziale und wirtschaftliche Folgen haben. Statt Minijobs abzuschaffen, sollten ihre Sozialabgaben künftig individuell den Renten- und Versicherungskonten der Beschäftigten gutgeschrieben werden.

Beschreibung:
Die Reform der gesetzlichen Rente ist angesichts des demografischen Wandels dringend notwendig. Eine breitere Beitragsbasis, kapitalgedeckte Elemente und neue Anreize für längeres Arbeiten können wichtige Bausteine für ein zukunftsfähiges Rentensystem sein.

Kritisch zu betrachten ist jedoch die Empfehlung, Minijobs – mit Ausnahme bestimmter Gruppen wie Schüler – weitgehend abzuschaffen. Gerade Studenten nutzen sie zur Finanzierung ihres Studiums, Rentner zur Aufbesserung ihres Einkommens und zur gesellschaftlichen Teilhabe. Auch für viele Haushalte stellen zusätzliche Verdienstmöglichkeiten angesichts gestiegener Lebenshaltungs- und Finanzierungskosten eine wichtige Entlastung dar.

Ebenso ist mit den Reformvorschlägen der IMW e.V. auch das Thema: Frauen als benachteiligte Hinzuverdienerinnen ohne ausreichende eigenständige Rentenvorsorge so nicht mehr haltbar. Zugegeben: Minijobs als einzige Einnahmeart ( auch wenn Mindestlohn je Arbeitsstunde vereinbart ist ) von Frauen schaffen Abhängigkeiten entweder von Lebenspartnern*innen oder von Unterstützungsleistungen der Sozialkassen, aber eine Regelung: Minijob nur ( Ausnahmen Studium, Rentenbezug ) bei bereits bestehendes Arbeitsverhältnissen oder Gewerbetätigkeit, kann hier Rechtssicherheit schaffen.

Denn das berechtigte Problem geringer oder fehlender individueller Rentenansprüche ließe sich anders lösen: Die auf Minijobs erhobenen Sozialabgaben könnten über die persönliche Sozialversicherungsnummer direkt den jeweiligen Renten- und Krankenversicherungskonten zugerechnet werden.

Unser Appell: Minijobs nicht abschaffen, sondern reformieren. Wer arbeitet und Beiträge auslöst, sollte davon auch persönlich bei seiner späteren Rente profitieren. Und die Renten- und Krankenkassen ebenso.