Ein existenzsichernder Notfallkoffer für Unternehmer/Innen

Berlin, 10.05.2012

Forum Mittelstand Landkreis Dahme-Spreewald 2012 (Brandenburg)

Mehr als 50 Unternehmer und Unternehmerinnen informierten sich in der Kulturkirche Luckau über den existenzsichernden „Notfallkoffer“.

Die zweite Veranstaltung des „Forum Mittelstand LDS“ am 10. Mai 2012 widmete sich der Abwehr betrieblicher Existenznot beim plötzlichen Ausfall des Firmenchefs. Nahezu 50 Unternehmer und Unternehmerinnen folgten der gemeinsamen Einladung der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme Spreewald mbH, der Technischen Hochschule Wildau, der Handwerkskammer Cottbus und der IMW Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V. in die Kulturkirche in Luckau. Gerald Lehmann, Bürgermeister der Stadt Luckau, begrüßte die Gäste.

In ihrem Impulsvortrag machte die Fachanwältin für Arbeitsrecht, Beate Kahl, deutlich, welche Auswirkungen der plötzliche Ausfall des Inhabers oder Geschäftsführers durch Krankheit, Unfall oder Tod auf die arbeitsrechtlichen Aspekte im Unternehmen haben kann und welche Konsequenzen das Unternehmen in diesen Fällen zu tragen hat. So sollten insbesondere Arbeitsverträge so gestaltet sein, dass im Falle eines plötzlichen Ausfalls weiter flexibel gehandelt werden könne. „Alles, was nicht schriftlich geregelt ist, ist vergessen, wenn der Chef nicht mehr gefragt werden kann. Eine mündliche Absprache gilt nicht mehr, wenn sie der Chef nicht bestätigen kann“, verdeutlichte Beate Kahl.

Michael Burg von der Handwerkskammer Cottbus stellte fest, dass die überwiegende Zahl der kleinen und mittelständischen Unternehmen im Landkreis Dahme-Spreewald inhabergeführt sei. „Somit konzentriert sich die Entscheidungsbefugnis oftmals in einer Hand. Doch die Praxis zeigt, dass weniger als 25 Prozent der Unternehmer und Unternehmerinnen bisher überhaupt darüber nachgedacht haben, wer sie im Notfall bei Rechtsgeschäften vertritt.“, so Michael Burg.

Gemeinsam mit Udo Strenge von der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V. stellte er einen „Notfallkoffer“ vor, mit dessen Hilfe Unternehmer und Unternehmerinnen ihr Lebenswerk bei plötzlicher Handlungsunfähigkeit schützen können. „Der Notfallkoffer soll Handlungsorientierung geben, welche Fragen unbedingt im Vorfeld entschieden werden müssen. Hierbei geht es nicht nur darum, die Familie und das Vermögen abzusichern, sondern insbesondere das Unternehmen und die Unternehmensziele sowie die Mitarbeiter“, erklärt Udo Strenge. Er gab konkrete Handlungsorientierungen zur Überprüfung der vorhandenen Sicherungssysteme von privaten und betrieblichen Risikobausteinen und erklärte seine Unterstützung bei diesem Prozess.

Stefan Schmidt von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse erläuterte kurz die Erwartungen einer Hausbank an die Vorsorgeregelungen von Unternehmen. Sören Kosanke, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Landtages Potsdam, skizzierte, was die Landespolitik für das Fortbestehen von kleinen und mittelständischen Unternehmen tun könne.

Das „Forum Mittelstand LDS“ durchleuchtet seit 2006 in jährlich vier Veranstaltungen praxisnah mittelstandrelevante Themen. Die Veranstaltungsreihe ist ein partnerschaftliches Projekt der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald mbH (WFG), der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V. (IMW e.V.), des Unternehmerverbandes Brandenburg e.V. (UV Brandenburg e.V.), der Handwerkskammer Cottbus (HWK), der Technischen Hochschule Wildau [FH], der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS), des Landkreises Dahme-Spreewald sowie der Märkischen Allgemeinen Zeitung und der Lausitzer Rundschau.

Die weiteren Veranstaltungen widmen sich den Chancen und Risiken von Social Media für mittelständische Unternehmen (06.09.2012, Hotel Seeschlösschen Groß Köris) und der Umsetzung moderner Energiekonzepte für Immobilien, insbesondere unter Einsatz regenerativer Energien (25.10.2012, Technische Hochschule Wildau).

v.l.n.r. Michael Burg (Handwerkskammer Cottbus), Sören Kosanke (MdL, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses), Udo M. Strenge (IMW e.V.)