Industrie 4.0: Herausforderung IT-Sicherheit

Willich, 10.11.2016

Forum Mittelstand Niederrhein

Gastgeber der Abschlussveranstaltung des Forum Mittelstand Niederrhein war am 08.11.2016 das Gründerzentrum Gewerbepark Becker in Willich.

Industrie 4.0 bedeutet die orts- und zeitunabhängige Vernetzung von industriellen Komponenten (Steuerungen, Sensoren, Leitsysteme) über verschiedene Hierarchieebenen hinweg mit den Endgeräten (PCs, Tablets, Smartphones) der Mitarbeiter.
Der Eintritt in ein Unternehmen erfolgt also nicht nur über eine „Pforte“, sondern über zahlreiche Wege. Wie sollten Unternehmen auf diese Herausforderung bezüglich ihrer IT-Sicherheit reagieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt der letzten diesjährigen Veranstaltung vom Forum Mittelstand Niederrhein.

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Willich, Marcus Gather, erläuterte Prof. Dr. Jürgen Quade vom FB Elektrotechnik und Informatik der Hochschule Niederrhein, den etwa 50 Unternehmern/Innen nicht nur die Risiken, sondern gab ihnen auch geeignete Gegenmaßnahmen an die Hand.

Neben den Angriffsrisiken von außen beurteilte Prof. Quade das fehlende Sicherheitsbewusstsein nicht nur bei den Unternehmen und ihren Mitarbeitern, sondern auch bei den Entwicklern als besonders problematisch. Es herrsche ein „blindes Vertrauen“ in Systeme und Geräte bei den Unternehmen. Dabei gebe es keine fehlerfreie Software. Die recht konservative Entwicklerstruktur sei oft zu sehr mit der Funktionalität als mit der Sicherheit beschäftigt.

Was können die Unternehmen nun tun? Zum einen sollten sie die technischen Maßnahmen ergreifen, die möglich sind, wie z. B. Firewalling, ausreichende Verschlüsselung, hierarchische Systemarchitektur, Gewährleistung der Autarkie jedes einzelnen Systems und auch die Wahl geeigneter IP-Adressen. Genauso wichtig aber sei es auch, so Prof. Quade, die Unternehmenskultur zu ändern. Dazu gehört u. a., progressive und flexible Denkweisen zu unterstützen, zeitgemäße Geschäftsprozesse einzuführen (z. B. Up-Date-Management) und die Mitarbeiter, vor allen Dingen der Leitungsebene, zu schulen.

Prof. Quade’s dringender Apell, die Herausforderungen im Rahmen von Industrie 4.0 anzunehmen und nicht zu unterschätzen. Während der Podiumsdiskussion ergänzte Marlene Maas vom Verband DIE FÜHRUNGSKRÄFTE e. V. eigene Erfahrungen aus ihrer Berufstätigkeit: „In der IT-Security herrscht aktuell die Reaktion und nicht die Proaktion vor“.

„Das mittlerweile im fünften Jahr erfolgreich veranstaltete Forum Mittelstand Niederrhein wird im Jahr 2017 fortgesetzt.“, so die Veranstalter Geschäftsführer Dr. Thomas Jablonski des TZN Niederrhein und Vorstandsmitglied Udo M. Strenge der IMW Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V.

v.l.n.r. Ralf Cornely (trend Office), Karin Drabben (Leiterin IMW e.V. Geschäftsstelle Niederrhein), Prof. Dr. Jürgen Quade (HS Niederrhein), Marlene Maas (Vors. RG Niederrhein, DIE FÜHRUNGSKRÄFTE e. V.), Dr. Thomas Jablonski (Geschäftsführer TZN Niederrhein), Udo M. Strenge (Vorstandsmitglied IMW e.V.)