Schönefeld, 15.05.2014
FORUM MITTELSTAND LANDKREIS DAHME-SPREEWALD 2014 (BRANDENBURG)
Mehr als 50 Unternehmer und Unternehmerinnen folgten in der zweiten Veranstaltung des „Forum Mittelstand LDS 2014“ am 15. Mai im InterCityHotel in Schönefeld der Debatte über die Auswirkungen der neuen Kreditvergabebedingungen an Unternehmen seit der Umsetzung des Regelpakets für Banken „Basel III“.
Der seit 2003 amtierende und in 2011 wiedergewählte Bürgermeister der Gemeinde Schönefeld, Dr. Udo Haase, eröffnete die Veranstaltung und gab einen Einblick in die umfassenden Infrastrukturmaßnahmen der Gemeinde und die stetig wachsende Einwohneranzahl sowie die Attraktivität des Standortes für Gewerbeansiedlungen.
Auf dem Podium saßen neben den Bankenvertretern Stefan Schmidt (Mittelbrandenburgische Sparkasse) und Olav Wilms (Investitionsbank des Landes Brandenburg) Investmentexperte Prof. Michael Groß (VC Point GmbH) und Unternehmer Dr. Steffen Lange (SIM4u Aviation Service GmbH). Sie gaben wertvolle Tipps, worauf sich Unternehmen seit den schärferen Regeln für Banken durch Basel III beim Bankengespräch einstellen müssen und wie sich finanzielle Mittel dennoch beschaffen lassen.
Stefan Schmidt (MBS, Abteilungsdirektor des Zentralen Firmenkundengeschäfts) zeigte in seinem Impulsreferat, daß das Regelwerk BASEL III zu verschärften Anforderungen an das Eigenkapital von Banken führt.
Des Weiteren führte er aus, dass die Unternehmen des Landkreises Dahme-Spreewald ihre Eigenkapitalbasis stetig verbessert haben. Nimmt man die Zahlen der Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes „Diagnose Mittelstand 2014“ wurde die EK-Lücke weitgehend geschlossen. Im Tätigkeitsgebiet der Mittelbrandenburgischen Sparkasse beträgt die Eigenkapitalquote sogar 32,4 %.
Gute Kreditbedingungen und somit ein gutes Rating sind u.a. abhängig von der Ausstattung des Unternehmens mit Eigenkapital. Welche Finanzierungsmöglichkeiten und Finanzinstrumente sich für die externe Zuleitung von Eigenkapital nutzen lassen, wurde auch in der sich anschließenden Podiumsdiskussion dargelegt, ob offene und stille Beteiligungen oder auch Crowdfinancing eine Rolle spielen kann, wurde mit unterschiedlichen Standpunkten kontrovers diskutiert.
Für ein gutes Rating können auch Off-Balance-Sheet-Maßnahmen genutzt werden, d.h. z.B. können Bestandteile des Anlagevermögens über Leasing finanziert werden. Des Weiteren wird in einem Ratingverfahren u.a. das Kontoverhalten, wie Überziehungen, Monate mit Saldo-Anstieg, Soll-Tage, überprüft. Es wurde demnach gezeigt, daß die Liquidität über Factoringmaßnahmen nachhaltig verbessert und damit das Rating positiv beeinflusst werden kann.
Das Fazit: Solide Finanzierungsverhältnisse sind die Basis für ein gesundes Unternehmen. Hohe Eigenmittelanteile sorgen für Krisenfestigkeit und Kreditspielräume bei Banken, wenn es not tut oder wenn neue Unternehmensstrategien zu finanzieren sind.
Dabei ist eine enge Kommunikation mit der Hausbank eine wichtige Voraussetzung.
Moderiert wurde der Abend von Susan Friedrich von der IMW Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V..
Das „Forum Mittelstand LDS“ durchleuchtet seit 2006 in jährlich vier Veranstaltungen praxisnah mittelstandrelevante Themen. Die Veranstaltungsreihe ist ein partnerschaftliches Projekt der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald mbH (WFG), des Landkreises Dahme-Spreewald, der Technischen Hochschule Wildau [FH], der Handwerkskammer Cottbus (HWK), der Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK), der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V. (IMW e.V.), der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS), der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) sowie der Märkischen Allgemeinen Zeitung und der Lausitzer Rundschau.
v.l.n.r. Olav Wilms (ILB), Stefan Schmidt (MBS), Susan Friedrich (IMW e.V.), Dr. Udo Haase (BGM Schönefeld), Dr. Steffen Lange (SIM4u Aviation Service GmbH), Prof. Michael Groß (VC Point GmbH) / Foto: Tanja Schnitzler
Olav Wilms (ILB) und Stefan Schmidt (MBS) / Foto: Tanja Schnitzler
