Wie kleinere und mittlere Betriebe der Liquiditätsfalle entkommen können

Berlin, 03.08.2012

Diagnose: Liquiditätsmangel

Jede/r Unternehmer/in ist sich bewusst, dass die Hausbank insbesondere die Entwicklung des Waren- und Forderungsbestandes im Blickfeld hat. Kleinere und mittlere Unternehmen warten mitunter bis zu 40 und mehr Tage auf die Begleichung ihrer längst fälligen Rechnungen.

Das sind entgangene Gewinne. Lieferantenskonti können nicht genutzt werden. Das betreffende Unternehmen hat den Kreditrahmen meist voll ausgeschöpft, damit sind oftmals schlechte Zinsbedingungen und erhöhte Sicherheitsforderungen der Bank verbunden. Somit entsteht die Gefahr der Liquiditätsfalle.

Dabei existieren Möglichkeiten, dieser Gefahr zu entgehen. Alternative Finanzierungsinstrumente werden zunehmend von kleineren und mittleren Unternehmen entdeckt und genutzt.
Vor diesem Hintergrund sind wichtige Kriterien für kleinere und mittlere Unternehmen: Sofortige Zahlung (nach Rechnungsstellung) der Forderungssumme direkt an das Unternehmen und ohne Sicherheitseinbehalte.

Aber: „Es gilt auch hier: Augen auf bei der Partnerwahl! Bei der Wahl eines geeigneten Partners sollte man Qualitätskriterien ansetzen, um so Spreu von Weizen zu trennen. Sicherlich sind Sicherheitseinbehalte, Exklusivverträge nicht förderlich. Ebenso variable Zinsen.“, so Frau Susan Friedrich, IMW e.V. Vorstandsmitglied, „Standardlösungen machen nicht für jedes Unternehmen Sinn; auch spielen hier bestimmte Umsatzgrößen eine Rolle. Das sollte man ganz klar kalkulieren.“

Eine individuelle Kalkulation zeigt, inwieweit die Gewährung von Lieferantenskonti, die Erhöhung freiwerdender Liquidität, die Abnahme des Debitorenmanagements letztendlich zu einer Gewinnerhöhung führen. Berücksichtigung sollten auch die dann verbesserten Zinskonditionen und somit die Verbesserung des Unternehmensratings finden.

„Die Betriebe sollten die Chance nutzen, der alltäglichen Liquiditätsfalle zu entgehen.“, so Guido Blankenstein, Leiter der IMW e.V. Geschäftsstelle Münster.