Wie italienische Unternehmen der Modebranche neue Trends setzen

Berlin, 23.04.2012

Wettbewerbsvorteil

Vertreter von Sati Bibò, Öko-Tex-und MMC Mitteldeutsches Mode Center trafen sich am 23. April im Berliner Hotel Ritz-Carlton im Rahmen eines von Unioncamere (Verband der italienischen Industrie-und Handelskammern und Unionfiliere) organisierten Projektes zur Rückverfolgbarkeit der Produktionsketten von Made in Italy unter dem Thema „TF – Traceability & Fashion. Jedes Produkt hat seine eigene Geschichte und TF erzählt sie Dir“.

Die Initiative zur Sensibilisierung in Deutschland des Themas der Rückverfolgbarkeit und Transparenz innerhalb von Produktionsprozessen verfolgt das Ziel einer Requalifizierung und Förderung der Bereiche Textil, Konfektion, Schuh- und Lederwaren sowie Schmuck innerhalb der italienischen Modebranche.

Trotz der führenden Rolle Italiens in der Modebranche üben zahlreiche Faktoren, wie z. B. die Globalisierung und die Wirtschaftskrise eine störende Wirkung aus. Hinzu kommt ein aufmerksamerer, anspruchsvollerer und in seinen Entscheidungen unabhängiger gewordener Endverbraucher.

„Es wird immer wichtiger, das so genannte „Made in Italy“ zu verteidigen, zu schützen und zu erhalten“, sagt dazu Bruno Amoroso, Präsident des Ausschusses Filiera Moda di Unionfiliere. Aus diesem Grund entstand das Projekt „Traceability & Fashion“ mit dem Ziel, ein zuverlässiges Gütesiegel für den Endverbraucher mit besser erkennbaren und damit wettbewerbsfähigeren Produkten zur Förderung eines größeren Kaufbewußtseins zu schaffen.“

„Jedes Produkt hat von seiner Entstehung an eine eigene Geschichte“, sagt Bruno Amoroso abschließend, „und um diese Schritte für den Verbraucher transparent zu machen, sollte der Produzent eine freiwillige Zertifizierung unter Angabe der Standorte der wichtigsten Phasen des Produktionsprozesses sowie der wichtigsten Produkteigenschaften in Bezug auf Gesundheit, ökologische Nachhaltigkeit und sozialer Unternehmensverantwortung liefern.“

Die Zertifizierung eines Produktes hat einen doppelten Nutzen: für die Konsumenten und für die Produzenten. Die Verbraucher erhalten eine Garantie auf ihre Einkäufe und können sicher sein, dass ihr Produkt „mit gültigem Reisepass unterwegs war“, während die Produzenten die Qualität ihrer Produkte und die damit verbundenen Ethikkriterien nachweisen können.

Darüber hinaus ist die Zertifizierung freiwillig und ersetzt nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben, sondern ergänzt diese vielmehr mit einem extra zu diesem Zweck geschaffenen Etikett zur Geschichte der einzelnen Produktionsschritte.

Die Zertifizierungsphase wird vom Kammer-System gesteuert, die Zertifizierungen werden von einem Zertifizierungskommitee bestehend aus Vertretern von Institutionen, Wirtschafts- und Verbraucherverbänden sowie Arbeitnehmervertretern durchgeführt.

Obwohl das Projket „TF Traceability & Fashion“ noch jung ist, befinden sich derzeit schon 1800 Unternehmen im Zertifizierungsprozess und 128 italienische Unternehmen haben bereits eine Zertifizierung erhalten.

In Italien sind folgende Bereiche am Zertifizierungsverfahren beteiligt: Seide aus Como, Kaschmir aus Perugia, Baumwolle aus Varese, Schuhwaren aus den Marken, Lederwaren aus Florenz sowie Konfektionsware aus dem Veneto. Auch Produzenten von Gold- und allgemeinem Schmuck aus Arezzo, Vicenza, Valenza und Neapel haben sich dem Projekt angeschlossen.

Die Bedeutung der Rückverfolgbarkeit und weitere, damit verbundene Themen sind Gegenstand der Debatte, an der Sabrina Carbone, Inhaberin der italienischen Firma Sati Bibò, Jutta Knels, Leiterin von ÖKO Tex Frankfurt und Tanja Gille, Marketing- und Vertriebsleiterin von MMC Mitteldeutsches Mode Center teilnehmen werden.

Zu den Gästen zählt auch Ahmad Zaher, Leiter von Salvatore Ferragamo Deutschland.

Unionfiliere – ITF Italian Textile Fashion ist das Komitee für die Förderung und Erhaltung der italienischen Modebranche mit Aktivitäten im Textil-, Konfektions-, Lederwaren- und Schuhwarenbreich. Weitere Ziele sind die Pflege von Beziehungen zu öffentlichen und privaten Institutionen in Italien und im Ausland, der Verbraucherschutz, die Umsetzung von entsprechenden Normen sowie Verkaufsförderung in Italien und im Ausland.

Unioncamere, der Verband der italienischen Handels-, Industrie-, Handwerks- und Landwirtschaftskammern, ist eine öffentliche Einrichtung, die die Interessen der Industrie-und Handelskammern und anderer Einrichtungen des italienischen Kammer-Systems vertritt. 1901 gegründet, liefert Unioncamere Dienstleistungen im Interesse der Handelskammern und der dazu gehörigen wirtschaftlichen Kategorien durch Koordinierung entsprechender Richt- und Leitlinien für ihre Mitglieder.

Kontakt:
CAMERA DI COMMERCIO ITALIANA PER LA GERMANIA
ITALIENISCHE HANDELSKAMMER FÜR DEUTSCHLAND e.V.
Märkisches Ufer 28
D-10179 Berlin – Deutschland
Tel. +49 (0) 30 243104 0
www.itkam.org