Berlin, 15.03.2013
Forum Mittelstand Landkreis Dahme-Spreewald (Brandenburg)
Mehr als 50 Unternehmer und Unternehmerinnen kamen am 14. März 2013 zur ersten Veranstaltung des „Forum Mittelstand LDS“ in diesem Jahr in das Zentrum für Luft- und Raumfahrt III in Wildau. Gemeinsam mit den Podiumsgästen Silke Bigalke von der LASA Brandenburg GmbH, Sebastian Protz von der Bundesagentur für Arbeit, Klaus-Dieter Schulz von der FSG Fernsteuergeräte Mess- und Regeltechnik GmbH in Kablow sowie Sabine Timm und Maria Müller von der Schelchen GmbH diskutierten sie die Frage „Fachkräftemangel – Panikmache oder realer Bedarf?“. Eingeladen hatten die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald, Mittelbrandenburgische Sparkasse, IHK Cottbus, Handwerkskammer Cottbus, IMW Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V., Technische Hochschule Wildau sowie UV Brandenburg.
Der Abend machte deutlich, dass die Unternehmen im Landkreis Dahme-Spreewald aktuell noch keinen drastischen Mangel an qualifizierten Mitarbeitern verzeichnen.
Allerdings stellen sich kleinere und mittlere Unternehmen im Wettbewerb mit Großunternehmen um gut ausgebildetes Personal mit attraktiven Zusatzleistungen auf. Bei der Anwerbung von Personal punkten erfolgreiche mittelständische Betriebe daher u.a. mit Aufstiegschancen innerhalb des Betriebes, flexiblen Arbeitszeiten, Weiterbildungsangeboten, Kinderbetreuung. Des Weiteren sind sog. Rund-Um-Sorglos Pakete für Mitarbeiter/innen, wie günstige Mitarbeiterdarlehen, betriebliche Altersvorsorge, Rechtsbeistand, kostenfreies Mittagessen für Auszubildende zunehmend wichtige Kriterien. Es zählen demnach nicht nur materielle Aspekte, sondern vielmehr sind sog. weiche Faktoren von besonderem Maße für die Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses entscheidend.
FSG GmbH
Das in Kablow ansässige Unternehmen FSG Fernsteuergeräte Mess- und Regeltechnik beschäftigt 121 Mitarbeiter und ist auf die Entwicklung sowie Herstellung von hochwertigen Messwertaufnehmern spezialisiert. Die FSG GmbH zählt zu einem der führenden Anbieter im Bereich der Mess- und Sensortechnik.
FSG-Geschäftsführer Klaus-Dieter Schulz bescheinigt einen hohen Fachkräftebedarf, ist jedoch nicht in Panik. „Wir haben schon frühzeitig angefangen, unseren Nachwuchs selbst auszubilden. Von insgesamt 35 Azubis sind 31 bei uns im Betrieb geblieben“, so Klaus-Dieter Schulz. Herrn Schulz ist allerdings auch ein gutes Miteinander im Betrieb wichtig und ist daher stolz, dass die Fluktuation von Mitarbeitern sehr gering ist. Zudem pflege das Unternehmen intensive Kontakte zu den Hochschulen in der Region, sowohl um Absolventen zu gewinnen als auch vorhandene Mitarbeiter weiterzuqualifizieren.
Auch Personalleiterin Sabine Timm räumt der Ausbildung und Förderung des eigenen Nachwuchses einen hohen Stellenwert ein. Für ihr Engagement erhielt die Schelchen GmbH 2012 den Brandenburgischen Ausbildungspreis. „Allerdings können wir Führungspositionen nicht mehr so leicht besetzen wie noch vor wenigen Jahren“, berichtet Sabine Timm. Nach ihrer neuen Personalreferentin Maria Müller habe sie eineinhalb Jahre gesucht. Maria Müller, mittlerweile seit drei Monaten bei der Schelchen GmbH beschäftigt, gab einen Einblick, worauf gut ausgebildete Fachkräfte ihrer Meinung nach bei der Wahl des Arbeitgebers achten. „Ein akzeptables Grundgehalt ist wichtig, aber nicht alles. Ein interessantes Aufgabenfeld, eine gute Arbeitsatmosphäre und berufliche Perspektiven im Unternehmen spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle“, so Maria Müller.
Schelchen GmbH
Die Schelchen GmbH hat ihren Firmensitz im Brandenburgischen Königs Wusterhausen. Mit 170 Mitarbeitern beliefert die Schelchen GmbH Kunden in über 50 Ländern mit hochwertigen Produkten rund um Fuß & Schuh unter der Marke pedag®.
Dies bestätigt auch Silke Bigalke von der LASA Brandenburg GmbH. „Wer es als Unternehmer oder Unternehmerin versäumt, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen und in Aus- und Weiterbildung zu investieren, wird den Engpass bei gut ausgebildeten Mitarbeitern bald spüren.“ Sie appellierte an die Unternehmen, die Unterstützungsmöglichkeiten der Bundesagentur und der LASA zur Fachkräftesicherung stärker zu nutzen. Genannt wurden Angebote wie Orientierungsberatungen, der Bildungsscheck Brandenburg sowie Branchenmessen.
Das „Forum Mittelstand LDS“ durchleuchtet seit 2006 in jährlich vier Veranstaltungen praxisnah mittelstandrelevante Themen. Die Veranstaltungsreihe ist ein partnerschaftliches Projekt der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald mbH (WFG), des Landkreises Dahme-Spreewald, der Technischen Hochschule Wildau [FH], der Handwerkskammer Cottbus (HWK), der Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK), der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V. (IMW e.V.), des Unternehmerverbandes Brandenburg e.V. (UV Brandenburg e.V.), der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) sowie der Märkischen Allgemeinen Zeitung und der Lausitzer Rundschau.
